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Schlagwort: Emotion

Schonmal Vorwürfe gemacht?

Schonmal Vorwürfe gemacht?

Mir ist es leider schon häufig passiert, dass ich anderen Menschen Vorwürfe gemacht habe.

„Die haben keinen Mut, mal etwas anders anzugehen!“
„Warum geben die ihre Fehler nicht zu?“
„Wieso mischen die sich überall ein?“

Selbstwahrnehmung

Ich war in diesen Situationen oft wütend, enttäuscht oder frustriert, weil etwas nicht so lief, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Frage aber ist doch, habe ich durch meine emitionalen Ausbrüche etwas verändert? Oder hat sich etwas geändert, wenn ich aus dieser Emotion heraus gehandelt habe, indem ich z.B. jemanden etwas weggenommen habe („Du kannst das nicht!“)?

Natürlich hat sich nichts geändert, es hat alles nur schlimmer gemacht.

Analyse

Wenn ich tief in mich hineinsehe und überlege, dann muss ich zugeben, dass hinter diesen starken Emotionen immer nur eins steckte: Angst

Angst davor, selbst

  • als nicht mutig zu gelten
  • Fehler zugeben zu müssen
  • nichts zum Erfolg beigetragen zu haben > Schwächen zu zeigen

Ich stand dabei meistens unter Stress, das führte zu komischen Handlungen und dadurch zu noch mehr Stress und somit zu noch mehr Angst.

Damit wurde es zur selbsterfüllenden Prophezeiung (eigenes Grab geschaufelt).

Erkenntnis

Um die Entscheidung treffen zu können, so weiterzumachen oder nicht, braucht man Erkenntnisse. Diese können in jeglicher Situation kommen.

Ich brauchte davon eine ganze Menge, um aufzuwachen:

  • mein Freund stellte die richtigen Fragen
  • meine Freunde
  • vertraute Kolleg_innen
  • ein notfallmäßiger Transport von Feldafing ins Tutzinger Krankenhaus wegen Bluthochdruck
  • eine Aura (Sehstörung) während eines Meetings
  • meine Ärzte
  • mein Psychologe & Coach

Transformation

Schlussendlich ist es immer das gleiche:

„Die Erkenntnis macht noch keinen Unterschied, sondern die Umsetzung.“

Nun konnte ich mich nächst bei Menschen entschuldigen, die ich verletzt hatte. Um jedoch das Erkannte auch in die Tat umzusetzen, war es notwendig, eine Entscheidung zu treffen:

„Ich akzeptieree, dass ich ein Mensch mit Ängsten und Schwächen bin.“

Was ist dadurch geschehen?
Vieles. Ich kann heute darüber reden und andere können mir helfen, zu erkennen, ob ich gerade so handle, weil ich Angst vor etwas habe, oder es einfach nicht kann, aber will, dass es funktioniert. Damit kann ich aktiv um Hilfe bitten.

Darüber hinaus verurteile ich Menschen nicht mehr.
Mit der Akzeptanz, dass ich so bin, wie ich bin, fällt es mir auch leichter, andere zu akzeptieren.

Und ich übe jeden Tag. :wink:


In meinem Buch mit kleinen Geschichten, habe ich einen „Witz“ gefunden, der das Thema #Projektion behandelt, also dass man die eigenen Schwächen in anderen zum Teil erkennt.

„Also vorsichtig mit Vorwürfen, man sagt mehr über sich als über andere.“ :wink:

 

witz_projektion

 

Buch-Quelle:
Jorge Bucay, Komm, ich erzähl dir eine Geschichte

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